Gedenken der Vertreibung

Gedenken der Vertreibung

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Quelle: Deutschsprachiger Nachrichtendienst der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Ungarn (ELKU)
Vor 70 Jahren - kurz nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges - kam es auch in Ungarn zu Vertreibungen und Umsiedlungsaktionen. Bei der Volkszählung im Jahre 1941 lebten 470.000 deutschstämmige Einwohner in Ungarn. Etwa 250.000 der den Krieg überlebenden Ungarndeutschen mussten 1946 gezwungenermaßen das Land verlassen. Sie wurden auf Listen erfasst, auf Züge verfrachtet und vor allem nach Deutschland deportiert.

Für unsere Kirche war dies besonders tragisch, weil ein Großteil der damaligen deutschsprachigen Bevölkerung evangelisch war. Viele Kirchenbänke und leider auch viele evangelische Kirchen wurden durch die Vertreibung leer. Einige unserer Gemeinden, in denen der Anteil der deutschen Minderheit noch relativ groß ist, erinnern in diesem Jahr an diese Ereignisse - mit Gottesdiensten, Gedenkveranstaltungen, der Einweihung von Denkmälern und oft auch Gästen aus Deutschland, Vertriebenen und ihren Nachkommen. Veranstaltungen gab es unter anderem in den westungarischen Gemeinden Agendorf (Ágfalva) und Wandorf (Sopronbánfalva) sowie in Ödenburg (Sopron), in Mezőberény in der ungarischen Tiefebene und in Rákoskeresztúr (in Budapest).

In Agendorf und Wandorf waren diese Treffen besonders tränenreich. Die Gedanken in den Veranstaltungen und Gottesdiensten kreisten um die Fragen: Was (und wen) haben wir durch die Vertreibung verloren? Was ist geblieben? - Wir haben sehr viel verloren: einen große Teil der damaligen Gemeinde, was eine schmerzhafte Lücke hinterlassen hat. Wir haben dadurch große, leere Gebäude, deren Erhalt sich unsere Gemeinden in ihrer jetzigen Größe und wirtschaftlichen Lage nur noch schwer leisten können. Und wir haben (fast ) auch die Sprache verloren. Unsere Kirche war bis 1946 aufgrund ihrer Geschichte und Tradition deutlich dreisprachig: ungarisch, slowakisch und deutsch. In unserer Gegend war dabei das Deutsche die wichtigste Sprache, in der auch die Gottesdienste, der Konfirmandenunterricht und die meisten Veranstaltungen abgehalten wurden. Heute ist es das Ungarische, aber wir versuchen, wo es möglich ist, die deutsche Sprache und Tradition zu schützen und zu fördern.

Was ist uns geblieben? Erinnerungen, die wir nie vergessen dürfen, und Traditionen, die noch lebendig sind - und am wichtigsten: lebendige Beziehungen zu den damals Vertriebenen und ihren Nachkommen. Wir freuen uns daher über die Reisebusse, voll mit Menschen, die an den Gottesdiensten und Gedenkveranstaltungen teilgenommen haben und über die Partnerschaften mit deutschen Kirchengemeinden, in denen die Familien der Vertriebenen eine neue Heimat gefunden haben.

Es gibt auch eine Internetseite (www.odenburgerland.de), die vor allem aus dem Kreise dieser Menschen gestaltet wird und wo man viele aktuelle und geschichtliche Informationen über die westungarischen Gemeinden, Ödenburg und Umgebung, bekommen kann. Unter anderem wurden zwei ganze Dörfer digital "rekonstruiert" mit den damaligen Häusern und Besitzern vor 1946.

- Eszter Heinrichs

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